Kryoglobuline

Kryoglobuline

Kryoglobuline sind Immunglobuline, die unterhalb von 37°C präzipitieren und bei Wiedererwärmung auf 37°C wieder vollständig in Lösung gehen. Sie werden nach Brouet in drei Typen eingeteilt (siehe Tabelle), je nachdem ob monoklonales und/oder polyklonales Immunglobulin vorhanden ist. Da fliessende Übergänge stattfinden, kann die Einteilung manchmal schwierig sein.

​Typ
​Anteil der Patienten
​Immunglobulin
​Vorkommen
​I​10%

​Monoklonal
IgM>IgG>IgA

​Lymphoproliferative Erkrankungen
​II​60%
​Monoklonal (meist IgM κ)
und polyklonal
​HCV, HIV, Sjögren
(Der Typ II kann in ein Non-Hodgkin-Lymphom übergehen.)
​III​30%​Polyklonal IgM und IgG​Chronische Infekte (EBV, CMV, HIV, HBV, bakteriell), autoimmune Erkrankungen (SLE, PBC)

 

 

Kryofibrinogen

Kryofibrinogen ist das Resultat von abnormen Fibrinogenmolekülen, die unterhalb von 37°C präzipitieren. Kryofibrinogen kann auch bei Gesunden gefunden werden. Bei hospitalisierten Patienten tritt es häufig auch ohne Symptome auf. Wenn die Kryofibrinogenämie symptomatisch wird, dann sind es zuerst meist Symptome der Haut (Kälteintoleranz, Raynaud, Purpura, Ulcera), systemische arterielle und venöse thrombotische Ereignisse können dazu kommen.
Für den Nachweis braucht es Plasma, da das Kryofibrinogen bei der Gerinnung ausfällt.

 

Indikation

  • V.a. Kryoglobulinämie, Kryofibrinogenämie
  • Symptome bei Kälteexposition: (Zyanose, Raynaud, Nekrosen), Arthralgien, membranöse Glomerulonephritis, Neuropathie
  • Grunderkrankungen wie HCV und andere chronische Infekte, lymphoproliferative Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen
  • Labor: C4 tief, Rheumafaktor hoch, Ausfällung an der Auftragsstelle bei der Immunfixation

 

 

Präanalytik

Das Wichtigste bei der Abklärung einer Kryoglobulinämie ist die Präanalytik. Das Material, Serum und EDTA, für die Kryoglobulinämiebestimmung muss zwingend in vorgewärmte Röhrchen abgenommen und die Gerinnung muss bei 37-39°C stattfinden. Anderenfalls fallen die Kryoglobuline mit dem Gerinnsel aus und sind nicht mehr nachweisbar. Kryoglobuline nur in geringen Mengen vorkommen, braucht es viel Material, um die Analytik durchführen zu können. Um auch Kryofibrinogen detektieren zu können, braucht es ausser dem Serum auch EDTA-Blut.
CAVE: Komplexe aus Kryoglobulinen können bei der Messung in Hämatologie Geräten zu falsch hohen Werten bei Leukozyten und Thrombozyten führen.

AKI Auftragsformular.pdf

Einschicken der Proben:

  • USZ-interne Einsender verlangen bitte telefonisch eine Thermo-Transportbox unter 51204.
  • Externe Einsender können das Blut nach der Entnahme bei 37-39°C durchgerinnen lassen. Dazu eignet sich ein Brutschrank. Anschliessend muss das Blut warm zentrifugiert werden. Nach dem Abpipettieren des Serums und des Plasmas sind keine besonderen Massnahmen mehr notwendig. Die Proben können problemlos per Post verschickt werden. Bitte schicken Sie uns mindestens 6 ml Serum und 3 ml EDTA-Plasma.
  • Blutentnahme im USZ: Externe Ärzte können ihre Patienten auch zur Blutentnahme in der Klinik für Immunologie unter 044 255 48 22  anmelden. Die Patienten erhalten dann einen Termin und wir kümmern uns um die richtige Präanalytik.