Autoimmunerkrankungen im Labor testen

Bis zur Diagnose von chronischen Leiden ist es oft ein langer Weg. Bei Verdacht auf Autoimmunstörungen wie die rheumatische Erkrankung Morbus Bechterew liefert ein Bluttest auf HLA-Antigene eindeutige Resultate.

Das HLA-System spielt eine zentrale Rolle im menschlichen Immunsystem. Diese Gruppe von Genen erlaubt es dem Körper, eigenes von fremdem Gewebe zu unterscheiden. Dabei weist jeder Mensch für ihn typische HLA-Merkmale auf. Vor Organ- und Stammzellentransplantationen ist es deswegen üblich, einen Test auf HLA-Antigene durchzuführen: Denn nur, wenn das Immunsystem das körperfremde Organ akzeptieren wird, macht eine Transplantation Sinn.

Der Test auf HLA-Antigene ist aber nicht nur in der Transplantationsmedizin von Nutzen. Er gibt auch Hinweise darauf, wie wahrscheinlich Autoimmunerkrankungen beim untersuchten Patienten sind. „Der Zusammenhang ist nicht bei allen Krankheiten gleich stark“, erklärt Dr. Jakob Nilsson, Leiter des HLA-Typisierungslabors am Universitätsspital Zürich. „Doch für einige Erkrankungen reichen die Resultate praktisch für eine Diagnose aus.“

Allen voran macht der Labortest bei Verdacht auf die rheumatische Erkrankung Morbus Bechterew Sinn. „Das Auftreten der Genvariante HLA-B-27 macht die Diagnose so gut wie sicher“, erklärt Nilsson. Vor allem, wenn daneben spezifische Wirbelsäulenbeschwerden auftauchen. Eine ähnlich gesicherte Diagnose liefert der Test beispielsweise für die seltenere Schlafkrankheit Narkolepsie.

Zöliakie lässt sich ausschliessen

Auch bei Verdacht auf Zöliakie kann ein Labortest auf HLA-Antigene helfen. Dann nämlich, wenn der in diesem Fall übliche Autoantikörpertest ein negatives Ergebnis geliefert hat, die letzten Zweifel aber noch nicht ausgeräumt sind. „Der Test schliesst Zöliakie als Diagnose aus, wenn ein bestimmtes HLA-Merkmal nicht vorkommt“, sagt Nilsson. Dies sei bei rund zwei Drittel aller Personen der Fall.

Als grösstes Transplantationszentrum der Schweiz führt das Universitätsspital Zürich solche Tests täglich im hauseigenen HLA-Labor durch. Das Angebot steht auch für Externe offen. Ärzte und Kliniken können spezifische Autoimmunerkrankungen ihrer Patienten abklären lassen, indem sie entsprechende Blutproben einschicken.

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