Autoimmunerkrankungen

​Das Immunsystem (Abwehrsystem) bekämpft in den Körper eingedrungene Mikroorganismen, andere fremde Substanzen und ist in der Lage, entartete körpereigene Zellen (Krebszellen) zu zerstören. Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass das Immunsystem fehlgeleitet wird und irrtümlicherweise körpereigenes Gewebe angreift. Die daraus entstehende Entzündungsreaktion kann alle möglichen Organe betreffen und zur Erkrankung der Atemwege, der Schilddrüse, des Nervensystems, der Nieren, der Gefässe, der Drüsen, des Gastrointestinaltraktes, der Haut und der Gelenke führen, um nur die wichtigsten Organbeteiligungen zu nennen. 
  
Wir sind in der Klinik für Immunologie auf die Behandlung von Patienten mit autoimmunbedingten Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) und Vaskulitiden spezialisiert.

Kollagenosen

Bei Kollagenosen handelt es sich um eine heterogene Gruppe von Autoimmunerkrankungen, die sich klinisch durch Entzündungen an einer Vielzahl von Organen manifestieren können.

Die Diagnostik umfasst eine sorgfältige Befragung und klinische Untersuchung hinsichtlich möglicher Organbeteiligungen (Haut/Schleimhaut, Niere, Lunge, Herz, Gelenke, Nervensystem). In den Laboruntersuchungen ist nebst den organ-und entzündungsspezifischen Parametern die Bestimmung von Autoantikörpern (Anti-nukleäre Antikörper) notwendig. Je nach Ausprägung der Erkrankung sind weitere bildgebende Verfahren und Biopsien (Haut, Nieren, Muskel, Lunge) notwendig.

Therapeutisch werden je nach Ausdehnung und Organbefall unterschiedliche Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems eingesetzt.

Wir unterscheiden:

  • Systemischer Lupus Erythematodes (SLE)
  • Sjögren Syndrom
  • Systemsklerose
  • Myositis Syndrome (Dermatomyositis, Polymyositis, Inclusion body myositis)
  • Mischkollagenose

 

Vaskulititden

Vaskulitiden sind eine heterogene Gruppe von Erkrankungen, denen eine Entzündung der Gefässwände gemeinsam ist. Je nach Form der Vaskulitis manifestiert sich die Entzündung fibrinoid nekrotisierend, einhergehend mit Granulomen oder Riesenzellen oder mit Leukozytoklasie. Klinisch manifestiert sich die Vaskulitis als Multiorganerkrankung, die je nach betroffenen Gefässen, unterschiedliche Organe befällt. Entsprechend ist das Ausmass der systemischen Entzündungsreaktion individuell sehr unterschiedlich.
Für die Diagnostik sind Anamnese, Klinik und bildgebende Befunde wie immunserologische Bestimmungen wie Anti-Neutrophile Cytoplasmatische Antikörper (ANCA), Rheumafaktoren (RF) und Kryoglobuline sowie Biopsien (z.B. Biopsien der Purpura oder Ulzera der Haut, des Nervus suralis bei Mononeuritis Multiplex, der Arteria temporalais bei V.a. Riesenzellarteriitis oder der Nieren bei Glomerulonephritis) wegweisend.
Aufgrund der Klinik und der Grösse der betroffenen Gefässe unterscheiden wir drei Formen von Vaskulitiden:

Vaskulitis der grossen Gefässe
Arteritis temporalis (Riesenzellarteritis)​ ​
Takayasu Arteritis​ ​
Vaskulitis der mittleren Gefässe
Polyarteritis Nodosa​ ​
Kawasaki Syndrom​ ​
Vaskulitis der kleinen Gefässe ​ ​ ​ ​ ​ ​
ANCA assoziierte Kleingefässvaskulitiden​ ​ ​
Mikroskopische Polyangiitis​
Granulomatose mit Polyangiitis (M. Wegener)​
Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (Churg Strauss)​
Immunkomplex assoziierte Kleingefässvaskulitiden​ ​ ​ ​
Kryoglobulinämische Vaskulitis​
IgA Vaskulitis
(Schönlein Hennoch)​
Hypokomplementämische Urtikaria Vaskulitis​
Anti-glomerular Basalmembran Vaskulitis​

 

Zwei weitere Vaskulitisformen können sämtliche Gefässe betreffen:

  • M. Behcet
  • Cogan-Syndrom

Zur Behandlung einer Vaskulitis sind in den meisten Fällen Medikamente notwendig, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva).